LEADER steht für „Liaison entre actions de développement de l'économie rurale" – auf Deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Das klingt bürokratisch, ist aber eines der zugänglichsten EU-Förderprogramme für Vereine, Kommunen und kleine Unternehmen in ländlichen Regionen.
Was ist LEADER?
LEADER ist kein einzelnes Förderprogramm, sondern ein Ansatz zur Entwicklung ländlicher Regionen über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Die Umsetzung erfolgt über lokale Aktionsgruppen (LAG), die regionsspezifische Entwicklungsstrategien erarbeiten und Projektanträge bewilligen.
In Deutschland gibt es rund 340 LEADER-Regionen. Jede Region hat eine eigene LAG mit eigenem Budget und eigenen Förderprioritäten – deshalb variieren die Förderbedingungen stark je nach Region.
Wer kann LEADER-Mittel beantragen?
Gemeinden und kommunale Einrichtungen
Für Dorfentwicklung, Infrastruktur, kulturelle Einrichtungen
Vereine und gemeinnützige Organisationen
Sport, Kultur, soziale Projekte, Heimatpflege
Kleine und mittlere Unternehmen
Tourismus, Handwerk, Landwirtschaft, regionale Produkte
Private Personen
In manchen Regionen für Maßnahmen zur Dorfverschönerung oder Tourismus
Wie läuft die LEADER-Antragstellung ab?
Lokale Aktionsgruppe (LAG) finden
Ermitteln Sie, welche LAG für Ihre Region zuständig ist. In Sachsen-Anhalt gibt es z. B. den LEADER Saalekreis. Die LAG hat eigene Förderschwerpunkte und Kontaktpersonen.
Projektidee vorbesprechen
Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zur LAG auf – vor der formalen Antragstellung. Viele LAGs bieten kostenlose Erstberatung an und sagen Ihnen, ob Ihr Projekt förderfähig ist.
Antrag stellen
Der formale Antrag wird meist über das jeweilige Landesamt für Landwirtschaft oder eine Bewilligungsbehörde eingereicht. Die LAG empfiehlt das Projekt vorab.
Bewilligung abwarten
LEADER-Verfahren dauern oft 3–6 Monate. Wichtig: Keine Kosten vor Bewilligung verursachen! Das schließt auch Planungs- und Beratungskosten ein (Ausnahmen möglich).
Projekt durchführen und abrechnen
Nach Abschluss Verwendungsnachweis mit allen Belegen einreichen. LEADER-Projekte werden oft im Erstattungsverfahren abgerechnet – Sie gehen in Vorleistung.
Typische Förderbereiche und -höhen
Je nach Region und Programm werden unterschiedliche Fördersätze gewährt. Typische Werte:
- Gemeinnützige Projekte: bis zu 80 % Förderquote
- Kommunale Projekte: 60–75 %
- Wirtschaftliche Projekte (KMU): 40–50 %
- Mindestprojektvolumen: häufig 10.000 €
- Maximale Fördersumme: je nach LAG 50.000 – 200.000 €
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